Aktueller Hinweis: Wegen der großen Inanspruchnahme von Fördermitteln wurden die Konditionen der BEG-Förderung zuletzt per Änderungsverordnung vom 21.7.2022 angepasst. Ab 1.1.2023 soll das Förderprogramm weiter angepasst werden (»Förderstopp für KfW-Förderungen in der BEG-Förderung). Für Einzelmaßnahmen gelten die alten Fördersätze für Anträge bis zum 14.8.2022.

Durch die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) werden seit Juli 2021 die bisherigen Förderprogramme vereinfacht und zusammengefasst. Dafür wurden Richtlinien und technische Mindestanforderungen (aktueller Stand 27.07.2022) im Bundesanzeiger veröffentlicht. Die Förderung kann in der Regel wahlweise als Zuschuss oder Kredit mit Zuschuss (Ab Juli/August 2022 teilweise nur als Zuschuss oder Kredit mit Tilungszuschuss) in Anspruch genommen werden:

Bundesförderung für effiziente Gebäude

Förderanträge sind stets vor Abschluss eine Leistungsvertrages für die geförderten Maßnahmen zu stellen. Planungs- und Beratungsleistungen dürfen vor Antragstellung ausgeführt werden. Eigenleistungen werden in der BEG nicht mehr gefördert, es kann jedoch eigenes Material durch einen Fachunternehmer verbaut werden.

Wohngebäude Effizienzhaus (BEG WG)

In diesem Teilprogramm der Bundesförderung für effiziente Gebäude wird der Neubau und die Modernisierung von Wohngebäuden mit »Effizienzhaus-Standards gefördert.

Nachweise zum Effizienzhaus sollen ausschließlich nach den Regeln des »Gebäudeenergiegesetzes (GEG) geführt werden.

Folgende Effizienzhaus-Standards werden im Neubau gefördert (Prozentsätze der Zuschüsse):

Gefördert werden folgende Effizienzhaus-Standards im Bestand:

Standard Tilgungszuschuss
(nur Kredit)
Zuschuss bzw. Tilungszuschuss
(»kommunale Antragsteller)
Effizienzhaus Denkmal 5 % 20 %
Effizienzhaus Denkmal EE 10 % 25 %
Effizienzhaus 85 5 % 25 %
Effizienzhaus 85 EE 10 % 30 %
Effizienzhaus 70 10 % 25 %
Effizienzhaus 70 EE 15 % 30 %
Effizienzhaus 55 15 % 30 %
Effizienzhaus 55 EE 20 % 35 %
Effizienzhaus 40 20 % 35 %
Effizienzhaus 40 EE 25 % 40 %

Der Standard EH 100 wird nicht mehr gefördert (ab 28.7.2022)

Die neuen »Klassen EE werden erreicht, wenn mind. 55 Prozent des Wärme-, Kälteenergiebedarfs des Gebäudes aus erneuerbaren Energien stammt. Gebäude mit dem Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) werden in die »Klassen NH eingeordnet. Das »Effizienzhaus 40 Plus wird zur Zeit nicht gefördert (ab 28.7.2022). Gasbetriebene Anlagen werden nicht mehr gefördert.

Die maximalen förderfähigen Kosten betragen 120.000 € pro Wohneinheit, für die Klassen EE erhöhen sich die förderfähigen Kosten im Bestand auf 150.000 € pro Wohneinheit.

Für »Worst Performing Buildings (WPB) wird ein Bonus von 5% gewährt, wenn diese zu einem Effizienzhaus EH/EG 40 oder EH/EG 55 saniert werden.

Für die Baubegleitung wird ein Zuschuß in Höhe von 50% bis zu förderfähigen Kosten von max. 10.000 € bei Ein- und Zweifamilienhäusern und max. 4.000 € pro Wohneinheit bei Mehrfamilienhäusern (max. jedoch 40.000 €).

Förderanträge können bei der »KfW gestellt werden:

  • BEG Wohngebäude - Kreditprogramm Effizienzhaus (KfW Programm 261)
  • BEG Wohngebäude - Zuschussprogramm Effizienzhaus (KfW Programm 461)

Nichtwohngebäude Effizienzgebäude (BEG NWG)

In diesem Teilprogramm der Bundesförderung für effiziente Gebäude wird der Neubau und die Modernisierung von Nichtwohngebäuden mit »Effizienzgebäude-Standards gefördert.

Nachweise zum Effizienzgebäude sollen ausschließlich nach den Regeln des »Gebäudeenergiegesetzes (GEG) geführt werden.

Folgende Effizienzgebäude-Standards werden im Neubau gefördert:

  • Effizienzgebäude 40 NH: Tilgungszuschuss 5 %
    für »kommunale Antragsteller: Zuschuss oder Tilgungszuschuss 12,5 % (ab 28.7.22)

Gefördert werden folgende Effizienzgebäude-Standards im Bestand:

Gefördert werden folgende Effizienzhaus-Standards im Bestand:

Standard Tilgungszuschuss
(nur Kredit)
Zuschuss bzw. Tilungszuschuss
(»kommunale Antragsteller)
Effizienzgebäude Denkmal 5 % 20 %
Effizienzgebäude Denkmal EE 10 % 25 %
Effizienzgebäude 70 10 % 25 %
Effizienzgebäude 70 EE 15 % 30 %
Effizienzgebäude 55 15 % 30 %
Effizienzgebäude 55 EE 20 % 35 %
Effizienzgebäude 40 20 % 35 %
Effizienzgebäude 40 EE 25 % 40 %

Der Standard EG 100 wird nicht mehr gefördert (ab 28.7.2022)

Die neuen »Klassen EE werden erreicht, wenn mind. 55 Prozent des Wärme-, Kälteenergiebedarfs des Gebäudes aus erneuerbaren Energien stammt. Gebäude mit dem Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) werden in die »Klassen NH eingeordnet. Gasbetriebene Anlagen werden nicht mehr gefördert.

Die maximalen förderfähigen Kosten betragen max. 2.000 € pro m² beheizte Nettogrundfläche, jedoch max. 10 Mio. € pro Vorhaben.

Für die Baubegleitung wird ein Zuschuß in Höhe von 50% bis zu förderfähigen Kosten von max. 10 €/m² Nettogrundfläche und 40.000 € pro Vorhaben gezahlt. Bei einer Nachhaltigkeitszertifizierung kann für die Nachhaltigkeitszertifizierung noch einmal die gleiche Summe wie für die Baubegleitung beantragt werden.

Förderanträge können bei der »KfW gestellt werden:

  • BEG Nichtwohngebäude - Kreditprogramm Effizienzgebäude (KfW Programm 263)
  • BEG Nichtwohngebäude - Zuschussprogramm Effizienzgebäude (KfW Programm 463)

Einzelmaßnahmen Wohngebäude/Nichtwohngebäude (BEG EM)

In diesem Teilprogramm der Bundesförderung für effiziente Gebäude werden Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle und der Anlagentechnik von Bestandsgebäuden (Wohngebäude und Nichtwohngebäude) durch Zuschüsse und Kredite mit Tilgungszuschuss (ab 15.8.2022 nur noch Zuschuss) gefördert.

Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle:

  • Dämmung der Gebäudehülle (Außenwände, Dachflächen, Geschossdecken, Bodenflächen)
  • Erneuerung von Fenstern, Außentüren, -toren
  • Sommerlicher Wärmeschutz mit optimaler Tageslichtversorgung

Maßnahmen an der Anlagentechnik:

  • Einbau von effizienten Wärmeerzeugern (Austauschprämie für Ölheizungen, Gas-Brennwertheizungen "Renewable Ready", Gas-Hybrid-Heizungen, Sollarkollektoranlagen, Biomasseheizungen, Wärmepumpen, innovative Heizungstechik auf der Basis erneuerbarer Energien, Erneuerbare Energien-Hybridheizungen [EE-Hybride])
  • Anschluss an Wärmenetze mit erneuerbaren Energien (Mindestanteil 25%) und Aufbau entsprechender Netze
  • Maßnahmen zur Visualisierung des Ertrags Erneuerbarer Energien
  • Heizungsoptimierung
  • Einbau, Erneuerung und Optimierung raumlufttechnischer Anlagen mit Wärme- / Kälterückgewinnung
  • Einbau digitaler System zur Betriebs- und Verbrauchsoptimierung (Efficiency Smart Home)
  • Kältetechnik zur Raumkühlung (nur Nichtwohngebäude)
  • Einbau effizienter Beleuchtungssysteme (nur Nichtwohngebäude)

Für alle geförderten Maßnahmen sind technische Mindestanforderungen zu erfüllen, die in der Regel über die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes hinaus gehen.

Die maximalen förderfähigen Investitions-Kosten betragen 60.000 € pro Wohneinheit bzw. 1.000 €/m² NGF, jedoch max. 15 Mio. € (ab 15.8.2022 max. 5 Mio. €) bei Nichtwohngebäuden. Es wird ein Zuschuss in Höhe von 20 % (ab 15.8.2022 15 %) der förderfähigen Kosten gewährt.

Für folgende Maßnahmen werden höhere Zuschüsse/Tilgungszuschüsse (ab 15.8.2022 nur noch Zuschuss) gewährt:

  • Gas-Hybridheizungen und Gas-Brennwertheizungen ("Renewable Ready"): Zuschuss 30 % (entfällt ab 15.8.2022 vollständig)
  • Solarkollektoranlagen, Anschluss an Wärmenetze (EE-Anteil 25-55%): Zuschuss 30 % (ab 15.8.2022 15 %)
  • Biomasseheizungen: Zuschuss 35 % (ab 15.8.2022: 10%)
  • Erneuerbare Energien Hybridheizungen [EE-Hybride] ohne Einbindung einer Biomasseheizung: Zuschuss 35% (ab 15.8.2022: 25 %)
  • Erneuerbare Energien Hybridheizungen [EE-Hybride] mit Einbindung einer Biomasseheizung: Zuschuss 35% (ab 15.8.2022: 20 %)
  • Wärmepumpen: Zuschuss 35 % (ab 15.8.2022: 25 % - zusätzlicher Bonus 5 %, wenn als Wärmequelle Wasser, Erdreich oder Abwasser erschlossen wird)
  • innovative Heizungstechnik auf der Basis erneuerbarer Energien: Zuschuss 35% (ab 15.8.2022: 25 %)
  • Errichtung, Erweiterung und Umbau von Gebäudenetzen und Anschluss an Gebäude- oder Wärmenetze [EE-Anteil mit mind. 55%]: Zuschuss 35% (ab 15.8.2022: 25 %)
  • Biomasseheizungen mit reduziertem Feinstaub, Erneuerbare Energien Hybridheizungen [EE-Hybride] mit reduziertem Freinstaub: Zuschuss 40% (entfällt ab 15.8.2022 - nur noch Zuschuss siehe oben)

Für den Austausch von Ölheizungen wird bei den Maßnahmen mit höheren Fördersätzen eine Austauschprämie von zusätzlich 10 % gewährt (ab 15.8.2022 Heizungs-Tauschbonus).

Für die Umsetzung von baulichen Maßnahmen (ab 15.8.2022 nicht mehr für Anlagentechnik) aus einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) wird ein Bonus von zusätzlich 5 % gewährt.

Außerdem wird die Fachplanung und Baubegleitung mit einem Zuschuss von 50% (max. förderfähige Kosten: 5.000 € bei 1-2 Familienhäusern bzw. 2.000 €/WE bei MFH und 5 €/m² bei NWG, jedoch max. 20.000 €) gefördert.

Für alle Maßnahmen ist eine Baubegleitung durch eingetrage Energie-Effizienz-Experten (bei der Heizungserneuerung- und optimierung ist die Bestätigung des Fachunternehmers ausreichend) notwendig.

Förderanträge können beim »BAFA (Zuschuss) und bei der »KfW (Kredit) gestellt werden:

  • BEG Wohngebäude - Kredit Einzelmaßnahmen (KfW Programm 262) (nur noch bis 15.8.2022)
  • BEG Nichtwohngebäude - Kredit Einzelmaßnahmen (KfW Programm 263) (nur noch bis 15.8.2022)
  • BEG Wohngebäude/Nichtwohngebäude - Zuschuss Einzelmaßnahmen (BAFA)

Alternativ zur Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) kann für selbstgenutzte Wohngebäude/Eigentumswohnungen eine »steuerliche Förderung in Anspruch genommen werden.

Bundesförderung für Energieberatung

Auch die Energieberatung wird ab 2021 bundeseinheitlich gefördert. Für Wohngebäude (»Energieberatung für Wohngebäude - EBW) wird die Aufstellung eines individuellen Sanierungsfahrplanes (iSFP) mit einem Zuschuss in Höhe von 80% (max. 1.300 € bei Ein- und Zweifamilienhäusern, max. 1.700 € bei Mehrfamilienhäusern) gefördert.

Die Bundesförderung der »Energieberatung für Nichtwohngebäude (EBN) ist seit 2021 neu geregelt und wird über 3 Module gefördert:

  • Modul 1: Energieaudit DIN EN 16247
  • Modul 2: Energieberatung DIN V 18599
  • Modul 3: Contracting-Orientierungsberatung

Förderanträge können beim »BAFA gestellt werden.

Ergänzende Förderprogramme

Ergänzend zur Bundesförderung stehen bei der »KfW und beim »BAFA weitere Förderprogramm zur Verfügung.

Programme für Eigentümer und zukünftige Eigentümer von Wohnimmobilien:

  • Wohnungseigentumsprogramm (KfW Programm 124)
  • Wohnungseigentumsprogramm für Genossenschaftsanteile (KfW Programm 134)
  • Baukindergeld (KfW Programm 424)
  • Altersgerecht Umbauen (KfW Programm 159)
  • Barrierereduzierung (KfW Programm 455-B)
  • Einbruchschutz (KfW Programm 455-E)

Programme zur Förderung erneuerbarer Energien und Energieeffizienz:

  • Erneuerbare Energien Standard (KfW Programm 270)
  • Erneuerbare Energien Premium (KfW Programm 271/281)
  • Ladestationen für Elektroautos - Wohngebäude (KfW-Programm 440)
  • Zuschuss Brennstoffzelle (KfW Programm 433)
  • BAFA-Förderung Energieeffizienz (Elektromobilität, E-Lastenfahrräder, Einsparzähler, Heizungslabel, Kälte- und Klimaanlagen, KWK, RLT-Anlagen, Serielles Sanieren, Wärmenetze)
    » BAFA-Förderung Energieeffizienz

Programme zur Förderung von Unternehmen:

  • Energieeffizienz in der Produktion (KfW Programm 292)
  • Klimaschutzoffensive für den Mittelstand (KfW Programm 293)
  • Bundesförderung für Energieeffizienz in der Wirtschaft (KfW Programm 295)

Förderprogramme im Land Berlin:

Weblinks

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