Aktueller Hinweis: Seit Mai 2021 wird ein Papier mit dem Titel »"Klimaschutz Sofortprogramm 2022 der Bundesregierung" diskutiert, dass weitgehende Änderungen der gerade erst neu strukturierten Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bereits in 2021 vorsieht.

Durch die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) sollen ab 2021 die bisherigen Förderprogramme vereinfacht und zusammengefasst werden. Richtlinien und technische Mindestanforderungen (aktueller Stand 17.12.2020) sollen im Dezember im Bundesanzeiger veröffentlicht werden. Geplant ist die folgende Aufteilung von Zuschüssen und Krediten:

Bundesförderung für effiziente Gebäude

Förderanträge sind stets vor Abschluss eine Leistungsvertrages für die geförderten Maßnahmen zu stellen. Planungs- und Beratungsleistungen dürfen vor Antragstellung ausgeführt werden. Eigenleistungen werden in der BEG nicht mehr gefördert, es kann jedoch eigenes Material durch einen Fachunternehmer verbaut werden.

Wohngebäude (BEG WG)

In diesem Teilprogramm der Bundesförderung für effiziente Gebäude wird der Neubau und die Modernisierung von Wohngebäuden mit »Effizienzhaus-Standards gefördert.

Nachweise zum Effizienzhaus sollen ausschließlich nach den Regeln des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) geführt werden.

Folgende Effizienzhaus-Standards werden im Neubau gefördert:

  • Effizienzhaus 55: 15% | 55 EE und 55 NH: 17,5%
  • Effizienzhaus 40 20% | 40 EE und 40 NH: 22,5%
  • Effizienzhaus 40 Plus: 25%

Gefördert werden folgende Effizienzhaus-Standards im Bestand:

  • Effizienzhaus Denkmal: 25% | Denkmal EE: 30%
  • Effizienzhaus 100: 27,5% | 100 EE: 32,5%
  • Effizienzhaus 85: 30% | 85 EE: 35%
  • Effizienzhaus 70: 35% | 70 EE: 40%
  • Effizienzhaus 55: 40% | 55 EE: 45%
  • Effizienzhaus 40: 45% | 40 EE: 50%

Die neuen Klassen EE werden erreicht, wenn mind. 55 Prozent des Wärme-, Kälteenergiebedarfs des Gebäudes aus erneuerbaren Energien stammt. Gebäude mit dem »Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) werden in die Klassen NH eingeordnet. Das Effizienzhaus 40 Plus muss eine gebäudenahe Anlage zur Stromerzeugung erhalten.

Wird innerhalb von 15 Jahren nach Erstellung eines iSFP dieser vollständig umgesetzt, erhöht sich die Förderung um 5% (iSFP-Bonus).

Die maximalen förderfähigen Kosten betragen 120.000 € pro Wohneinheit, für die Klassen EE, NH und 40 Plus erhöhen sich die förderfähigen Kosten auf 150.000 € pro Wohneinheit.

Für die Baubegleitung wird ein Zuschuß in Höhe von 50% bis zu förderfähigen Kosten von max. 10.000 € bei Ein- und Zweifamilienhäusern und max. 4.000 € pro Wohneinheit bei Mehrfamilienhäusern (max. jedoch 40.000 €).

Förderanträge für Zuschüsse und Kredite können bis zum 30.6.2021 bei der »KfW nach den bisherigen Förderprogrammen gestellt werden (siehe auch: »KfW-Förderung für Wohngebäude)

Nichtwohngebäude (BEG NWG)

Förderanträge für Zuschüsse und Kredite können bis zum 30.6.2021 bei der »KfW nach den bisherigen Förderprogrammen gestellt werden (siehe auch: »KfW-Fördermittel für Unternehmen)

Einzelmaßnahmen (BEG EM)

In diesem Teilprogramm der Bundesförderung für effiziente Gebäude werden Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle und der Anlagentechnik von Bestandsgebäuden gefördert.

Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle:

  • Dämmung der Gebäudehülle (Außenwände, Dachflächen, Geschossdecken, Bodenflächen)
  • Erneuerung von Fenstern, Außentüren, -toren
  • Sommerlicher Wärmeschutz mit optimaler Tageslichtversorgung

Maßnahmen an der Anlagentechnik:

  • Einbau von effizienten Wärmeerzeugern (Austauschprämie für Ölheizungen, Gas-Brennwertheizungen "Renewable Ready", Gas-Hybrid-Heizungen, Sollarkollektoranlagen, Biomasseheizungen, Wärmepumpen, innovative Heizungstechik auf der Basis erneuerbarer Energien, Erneuerbare Energien-Hybridheizungen [EE-Hybride])
  • Anschluss an Wärmenetze mit erneuerbaren Energien (Mindestanteil 25%) und Aufbau entsprechender Netze
  • Maßnahmen zur Visualisierung des Ertrags Erneuerbarer Energien
  • Heizungsoptimierung
  • Einbau, Erneuerung und Optimierung raumlufttechnischer Anlagen mit Wärme- / Kälterückgewinnung
  • Einbau digitaler System zur Betriebs- und Verbrauchsoptimierung (Efficiency Smart Home)
  • Kältetechnik zur Raumkühlung (nur Nichtwohngebäude)
  • Einbau effizienter Beleuchtungssysteme (nur Nichtwohngebäude)

Für alle geförderten Maßnahmen sind technische Mindestanforderungen zu erfüllen, die in der Regel über die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes hinaus gehen.

Außerdem wird die Fachplanung und Baubegleitung mit einem Zuschuss von 50% (max. förderfähige Kosten: 5.000 € bei 1-2 Familienhäusern bzw. 2.000 €/WE bei MFH und 5 €/m² bei NWG, jedoch max. 20.000 €) gefördert.

Die maximalen förderfähigen Investitions-Kosten betragen 60.000 € pro Wohneinheit bzw. 1.000 €/m² NGF, jedoch max. 15 Mio. € bei Nichtwohngebäuden. Es wird ein Zuschuss in Höhe von 20% der förderfähigen Kosten gewährt. Für folgende Maßnahmen werden höhere Fördersätze gewährt:

  • Gas-Hybridheizungen, Solarkollektoranlagen, Anschluss an Wärmenetze (EE-Anteil 25-55%): Zuschuss 30%
  • Biomasseheizungen, Wärmepumpen, innovative Heizungstechnik auf der Basis erneuerbarer Energien, Erneuerbare Energien Hybridheizungen [EE-Hybride], Anschluss an Wärmenetze [EE-Anteil mit mind. 55%]: Zuschuss 35%
  • Biomasseheizungen mit reduziertem Feinstaub, Erneuerbare Energien Hybridheizungen [EE-Hybride] mit reduziertem Freinstaub: Zuschuss 40%

Für den Austausch von Ölheizungen wird bei den Maßnahmen mit höheren Fördersätzen eine Austauschprämie von zusätzlich 10% gewährt. Für die Umsetzung von Maßnahmen aus einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) wird ein Bonus von zusätzlich 5% gewährt.

Für alle Maßnahmen ist eine Baubegleitung durch eingetrage Energie-Effizienz-Experten (bei der Heizungserneuerung- und optimierung ist die Bestätigung des Fachunternehmers ausreichend) notwendig.

Förderanträge können als Kredit mit Zuschuss bei der »KfW (bis zum 30.6.2021 Förderprogramm 152, ab 1.7.2021 BEG EM → siehe auch: »KfW-Förderung für Wohngebäude) und als Zuschuss beim »BAFA gestellt werden.

Bundesförderung für Energieberatung

Auch die Energieberatung wird ab 2021 bundeseinheitlich gefördert. Für Wohngebäude (»Energieberatung für Wohngebäude - EBW) wird die Aufstellung eines individuellen Sanierungsfahrplanes (iSFP) mit einem Zuschuss in Höhe von 80% (max. 1.300 € bei Ein- und Zweifamilienhäusern, max. 1.700 € bei Mehrfamilienhäusern) gefördert.

Die Bundesförderung der »Energieberatung für Nichtwohngebäude (EBN) ist seit 2021 neu geregelt und wird über 3 Module gefördert:

  • Modul 1: Energieaudit DIN EN 16247
  • Modul 2: Energieberatung DIN V 18599
  • Modul 3: Contracting-Orientierungsberatung

Förderanträge können beim »BAFA gestellt werden.

Zeitplan

  • Seit dem 2.1.2021 wird die Förderung von Einzelmaßnahmen als Zuschuss (Zuschuss BEG EM - bisher Programm 430) von der KfW zum BAFA übertragen (Antrag über das BAFA www.bafa.de).
  • Ab dem 1.7.2021 sollen die bisherigen KfW-Förderprogramme (Kreditförderung für Einzelmaßnahmen, Kreditförderung und Zuschuss für Effizienzhäuser im Bestand sowie neue Effizienzhäuser) in die Bundesförderung für effiziente Gebäude übergehen (Antrag über die KfW www.kfw.de). Dann entfällt auch der Zuschuss für den Standard KfW Effizienzhaus 115.
  • Zum 1.1.2023 sollen Kreditanträge ausschließlich bei der KfW und Zuschussanträge ausschließlich beim BAFA bearbeitet werden.
  • Zukünftig soll für alle Maßnahmen an einem Gebäude nur noch ein Antrag notwendig sein.
  • Das Zuschussprogramm "Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Brennstoffzelle" (KfW-Programm 431) soll unabhängig weiter bestehen bleiben.

Weblinks

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