Eine Ökobilanz (Lebenszyklusanalyse | EN: Life Cycle Assessment - LCA) eines Gebäudes ist eine Bilanz (Berechnung) bei der die
- potentielle Wirkungen auf die Umwelt und
- Energie- und Stoffströme
für den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes (Bilanzierungszeitraum i.d.R. 50 Jahre) berechnet werden. Die Methodik für die Ökobilanzierung wird in DIN EN 15978-1 [2012-10] beschrieben.
Der Lebenszyklus wird in der Berechnung über die Module A bis D abgebildet:
Die potentiellen Wirkungen auf die Umwelt und die Energie- und Stoffströme werden über Indikatoren dargestellt. Grundlage für die Berechnung einer Ökobilanz eines Gebäudes sind Ökobilanzen der verwendeten Baustoffe, Produkte oder Bauteile sowie von Energieträgern. Produktwerte werden als Umweltproduktdeklaration (EPD - Environmental Product Declaration) digital über eine Datenbank im ILCD-Format zur Verfügung gestellt. In Deutschland können aktuelle Daten über die »ÖKOBAUDAT abgerufen werden.
Produkthersteller sind nach der »Verordnung (EU) 2024/3110 ab 2026 verpflichtet, Werte zur Ökobilanzierung im Rahmen von Leistungs- und Konformitätserklärungen zur Verfügung zu stellen.
Im Rahmen einer Ökobilanz nach den Regeln des "Qualitätssiegels Nachhaltige Gebäude" (QNG) werden ausschließlich folgende Indikatoren berechnet:
- GWP – Globales Erwärmungspotenzial, Treibhauspotenzial (EN: global warming potenzial)
- PENRT (Qp,ne) - Total nicht erneuerbare Primärenergie (EN: non renewable primary energy total)
Die Randbedingungen für die Berechnung nach QNG werden in den Siegeldokumenten des QNG (siehe https://www.qng.info/qng/qng-siegeldokumente) beschrieben.
Für die Förderung in den Förderprogrammen »KFN, »KNN und »WEF ist immer eine Ökobilanz erforderlich.
Innerhalb der EU wird die Ökobilanz ab 2028/2030 für Neubauten verpflichtend eingeführt (»Novelle der Gebäuderichtlinie EPBD 2024). Die Bilanzierung basiert auf der Neufassung der europäischen Norm DIN EN 15978 und der neuen DIN SPEC 91606.
Tool: LCA-Kennwerte auswerten
