Der Bausektor gehört zu den ressourcenintensivsten Wirtschaftssektoren mit einem hohen Abfallaufkommen.

Zirkuläres Bauen (Kreislaufwirtschaft) bedeutet, dass vorhandene Materialien des Gebäudebestandes am Ende des Lebesnzyklus eines Gebäudes nicht zerstört und entsorgt werden, sondern weitergenutzt werden. Im besten Fall werden vorhandene Gebäude so lange wie möglich weiter genutzt und lediglich an die aktuellen Anforderungen der Nutzung angepasst. Neue Gebäude sollten so viel wie möglich vorhandene Baustoffe / Bauteile wiederverwenden. Wenn das nicht möglich ist, sollten wenigstens Rohstoffe aus abgebrochenen Gebäuden wieder verwendet werden.

R-Strategien zeigen verschiedene Möglichkeiten zum Umgang mit Bauteilen, Materialien und Rohstoffen. Zunächst sollten die Strategien R0 bis R2 angewendet werden:

  • R0: Refuse - Verzicht auf die Verwendung von Ressourcen
  • R1: Rethink - Standards hinterfragen
  • R2: Reduce - Materialeinsatz reduzieren

Die Strategien R3 bis R7 haben das Ziel, Rohstoffe innerhalb des Wirtschaftssystems zu halten:

  • R3: Reuse - Wiederverwendung von Originalprodukten
  • R4: Repair - fehlerhafte Produkte reparieren und wiederverwenden
  • R5: Refurbish - Verbesserung von vorhandenen Produkten (Anpassung an aktuelle Standards)
  • R6: Remanufacture - Integration von Produktkomponenten in neue Produkte
  • R7: Repurpose - Produktkomponenten für einen anderen Zweck benutzen

Wenn die Strategien R0 bis R7 nicht angewendet werden können, dann sollte wenigstens ein Recycling stattfinden:

  • R8: Recycle - Rohstoffe durch Recycling für neue Produkte nutzen
  • R9: Recover - thermische Verwertung von Materialien

Um beim Abbruch von Gebäude eine Weiternutzung von Baustoffe / Bauteile zu ermöglichen, sollten Gebäude so gebaut werden, dass Baustoffe / Bauteile leicht demontiert und möglichst sortenrein weiter verwendet werden können.

Es gibt zahlreiche Initiativen zum zirkulären Bauen. Eine der bekanntesten Initiativen ist das System "Cradle to Cradle" - C2C [EN: vom Ursprung zum Ursprung] »c2c.ngo.

Shearing LayerFür die Bewertung der Zirkularität von Gebäuden wurden verschiedene Nachhaltigkeitsindizes entwickelt. Um den Werte und Mengen von Baustoffen von neuen und bestehenden Gebäuden zu erfassen soll dafür Gebäuderessourcenpässe ausgestellt werden. Auch in der Nachhaltigkeitsbewertung wird das zirkuläre Bauen bewertet.

Das Konzept der Shearing Layer basiert darauf, dass ein Gebäude aus verschiedenen Schichten (Layer) bzw. Gebäudeelementen mit unterschiedlichen Veränderungszyklen besteht. Während der Standort eine unbegrenzte Lebensdauer hat, können sich andere Gebäudeelemente im Lebenszyklus des Gebäudes verändern oder müssen erneuert werden.

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